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Adresse

Julius Kühn-Institut (JKI) Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

- Bereich Obstbau -
Schwabenheimer Straße101
69221 Dossenheim
 

Technischer Leiter
Burger, Peter
Tel: 06221 86805-65
peter.burger@we dont want spamjki.bund.de

Sekretariat:
Silvia Kowalczyk-Binder
Tel: 06221 86805-00
Fax: 06221 86805-15
owd@we dont want spamjki.bund.de

Versuchsfeld Dossenheim

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Versuchsfeld Dossenheim

Die Obstbau-Versuchsflächen des Instituts für Pflanzenschutz in Obst- und Weinbau befinden sich arrondiert um den Labor- und Gewächshauskomplex des Instituts unmittelbar nach Westen angrenzend an die Autobahnabfahrt Dossenheim der A5 (Abb.). An diese Stelle wurde der flächenintensive Versuchsbetrieb vom Neuenheimer Feld der expandierenden Universität Heidelberg 1970 verlagert und 1971 anläßlich seines 50jährigen Bestehens eingeweiht. In 33 km Entfernung werden im Außenbetrieb in Kirschgartshausen speziell für Feuerbrandversuche 2,1 ha Versuchsfläche bewirtschaftet.

Die Liegenschaft in Dossenheim umfasst 17,6 ha eingezäunte Versuchsflächen. Davon sind 3,5 ha angepachtet. Weitere 6 ha extensiv bewirtschaftete und nicht umzäunte Versuchsfläche befinden sich in unmittelbarer Nähe östlich der A5. Diese wurde ab 2008 vom Bundesland Baden-Württemberg angepachtet.

Zur Aufzeichnung der meteorologischen Daten steht eine Wetterstation mit Verbindung zum Laborgebäude sowie ein Schorfwarngerät zur Verfügung. Die Messungen ergaben für 2009 eine mittlere Jahres¬temperatur von 11,3°C (Jahresmittel 1992 – 2009  11,0° C) und eine Niederschlagsmenge von 832 mm (Jahresmittel 1992 – 2009  737 mm) (Abb.). Die Bodenzahl liegt bei 70 Punkten (Bodenart: schluffiger Lehm).

Zur Blütenfrostabwehr sind 4 ha der Versuchsquartiere mit Überkronenberegnung ausgestattet, zusätzlich können Teilflächen des Versuchsfeldes durch Tröpfchenbewässerung im Sommer mit Wasser versorgt werden.

Neben Kern- und Steinobstunterlagen und dem Baumschulquartier stehen über 70 Apfelsorten und diverse Birnensorten sowie eine umfangreiche Sammlung an Wild- und Zierformen des Apfels zur Verfügung. Als Hauptapfelsorten stehen Elstar, Gala, Golden Delicious, Idared, Jonagold, Pinova und Topaz zur Verfügung. Die Hauptbirnensorte ist Williams. Als zusammenhängende Steinobstquartiere sind Sauerkirschen, Süsskirschen und Zwetschen aufgepflanzt. Zusätzlich vorhanden sind Pfirsiche und Aprikosen. Die Quartiere sind überwiegend nach den Anforderungen des Erwerbsobstbaus und auf mehr als 10 Jahre Nutzungsdauer angelegt.
 
Für alle Arbeitsgebiete am Institut ist das Versuchsfeld ein unverzichtbarer Bestandteil, da es die Bearbeitung der Fragestellungen unter natürlichem Infektionsdruck bzw. natürlichem Populationsdruck und den für den Erwerbsobstbau relevanten Klimabedingungen ermöglicht. Von hoher Bedeutung für die Forschung ist die direkte Verknüpfung von Arbeiten im Feld und Labor, z.B. bei Versuchen zur Persistenz von Pflanzenschutzmitteln, bei der Erfassung von volatilen Substanzen von Wirtspflanzen bzw. Insekten oder dem Zugriff auf eine Fülle von Schadorganismen und Virusquellen für Referenzzwecke und alle Arbeiten zur Biologie.

Außenbetrieb Kirschgartshausen

Im Außenbetrieb in Kirschgartshausen werden innerhalb eines 3,1 ha mit Windschutzhecken umpflanzten Areals 2,1 ha umzäunte Versuchsfläche bewirtschaftet. Aus Quarantänegründen führt das Institut in dieser ackerbaulich genutzten Umgebung seit 1986 Feuerbrandversuche durch. Die vom Bundesland Baden-Württemberg angepachtete Fläche wurde im Rahmen der Rheindammrückverlegung ab 2007 neu angelegt und erstmals 2010 in den Versuchsbetrieb genommen (Abb.).

Die überwiegende Fläche ist mit der Feuerbrand empfindlichen Sorte Gala bepflanzt. Für weitere Bekämpfungsversuche stehen Cotoneaster und eine Sammlung verschiedener Apfel- und Birnensorten zur Verfügung. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt bei ca. 600 mm im Jahr. Die gesamte Fläche kann durch Tröpfchenbewässerung mit Wasser versorgt werden. Eine Überkronenberegnung steht für besondere Versuchszwecke zur Verfügung.

Durch die intensive Versuchstätigkeit in Kirschgartshausen werden dort jedes Jahr große Stückzahlen an Versuchsbäumen benötigt. Diese Jungbäume stammen in der Regel aus Eigenproduktion und werden nur bei besonderem Bedarf zugekauft. Die Bewirtschaftung der Flächen mit Maschinen und Geräten erfolgt von Dossenheim aus. In der Vegetationsperiode 2010 wurden erstmals zusätzlich über 250 Bäume aus Züchtungslinien des JKI Instituts für Züchtungsforschung an gartenbaulichen Kulturen und Obst zur Prüfung auf Feuerbrandresistenz aufgepflanzt.

Die Anlage hat sich über lange Jahre als hervorragend geeignet für Versuche mit künstlichen Infektionen des Feuerbranderregers EPPO-Richtlinie 1/166 (3) erwiesen, ohne dass Gefahren für eine Verbreitung des Pathogens bestanden. Jährlich werden nach Versuchsabschluss ca. 0,6 ha gerodet und wieder neu aufgepflanzt. Die Anlage ist bundesweit die einzige ihrer Art und für Freilandversuche mit der obstbaulich bedeutsamen Erkrankung unverzichtbar.