Arbeitsgruppe Zierpflanzen in Quedlinburg
Innerhalb der als gartenbauliche Kulturen eingestuften Pflanzenarten repräsentieren die Zierpflanzen mit Abstand die größte Kulturpflanzengruppe. Allein für Europa wird von etwa 400 Arten mit wirtschaftlicher Bedeutung ausgegangen, die ungefähr 250 Gattungen zugeordnet werden können und 100 verschiedene Pflanzenfamilien umfassen. Zierpflanzen stellen eine wichtige genetische Ressource dar und sind mit ihren einheimischen Arten auch ein essentieller Bestandteil unseres Ökosystems.
Schwerpunkte der Arbeitsgruppe sind die Evaluierung von pflanzengenetischen Ressourcen sowie die Adaption und Entwicklung von Züchtungsmethoden für ausgewählte Zierpflanzenarten. Derzeit wird mit den Gattungen Rhododendron und Gaultheria der Familie Ericaceae gearbeitet. Grundlage dafür ist ein Genpool beider Gattungen, der in vivo und in vitro erhalten wird. Bei der Evaluierung des Genpools stehen Resistenzeigenschaften gegenüber pilzlichen Schaderregern sowie gärtnerische Merkmale im Vordergrund. Um gewünschte Merkmale von Wild- in Kulturformen übertragen zu können bzw. neue genetische Variabilität in den Kulturformen zu schaffen werden in beiden Gattungen Artkreuzungen durchgeführt. Embryo Rescue und molekularer Hybridnachweis schließen sich an. Begleitend zu den Kreuzungen finden Untersuchungen zur Pollenfertilität und Pollenlagerung statt, um bei unterschiedlichen Blütezeitpunkten der Kreuzungspartner unabhängig vom väterlichen Elter zu sein.
Ziele weiterer Untersuchungen sind die Adaption der In-vitro-Vermehrung einschließlich Bewurzelung für Rhododendron und Gaultheria sowie die Polyploidisierung und Charakterisierung Polyploider.

