Forschungsprojekt “Rodentizidrückstände in Nicht-Zielarten"
Jens Jacob, Alexandra Esther, Detlef Schenke
In diesem Projekt untersuchen JKI-Wissenschaftler des Instituts für Pflanzenschutz in Gartenbau und Forst - Arbeitsgruppe Wirbeltierforschung - und des Instituts für ökologische Chemie, Pflanzenanalytik und Vorratsschutz Nichtzielarten auf Rodentizidrückstände. Etwa 75 t Rodentizidwirkstoffe werden in Deutschland jährlich zur Regulierung von Schadnagerpopulationen angewendet. Häufig kommen Antikoagulantien (Blutgerinnungshemmer) zum Einsatz. Diese Mittel sind in der Regel bei allen Warmblütern wirksam und können damit auch für andere frei lebende Nicht-Zielarten Risiken bedeuten. Neben direkten Vergiftungen von Nicht-Zielarten kann es zu Sekundärvergiftungen kommen, wenn durch antikoagulante Rodentizide vergiftete Beutetiere von Prädatoren aufgenommen werden. Sekundärvergiftungen mit Rodentiziden wurden z.B. bei Schleiereulen festgestellt.
Systematische Untersuchungen zu Rückständen von Antikoagulantien in Nicht-Zielarten wurden in Deutschland bisher nicht durchgeführt. Im Forschungsprojekt des JKI finden diese Untersuchungen nun statt. Das Projekt wird gefördert durch das Umweltbundesamt im Rahmen des Umweltforschungsplanes des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz undReaktorsicherheit (BMU) - FKZ 3710 63 401 von 2010 bis 2013. Es erfolgt (i) eine großräumige Erfassung von Rodentizidrückständen bei Nicht-Zielarten und (ii) die Quantifizierung der Rodentizidrückstände entlang des Expositionspfades Köder-Beute-Räuber. Dabei werden (iii) die Effekte der saisonalen und jährlichen Variabilität der Nagerdichten einbezogen.
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