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Julius Kühn-Institut (JKI) Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

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Messeweg 11-12
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Pressemitteilung vom 20.04.2012

Julius Kühn-Institut veröffentlicht aktuelle Karten der Befallsgebiete des Eichenprozessionsspinners

Neue Karten dokumentieren Zunahme der Verbreitung des Forstschädlings seit 2007

EPS Gespinstnest [Foto: Delb/FVA-BW]

Braunschweig (23.04.12) Die vom Julius Kühn-Institut (JKI) in Braunschweig aktualisierten Karten zeigen auf Landkreisebene die Regionen in Deutschland, in denen mit Problemen durch die Raupen des Eichenprozessionsspinners (Thaumetopoea processionea) in Waldgebieten gerechnet werden muss. Die Karten zeigen die Zunahme der Verbreitungsgebiete des Schädlings in den vergangenen vier Jahren auf.

„Die Befallsgebiete des Eichenprozessionsspinners nehmen seit 2007 zu. Neben Eichenwäldern werden verstärkt auch Erholungs- und Siedlungsbereiche des Menschen im urbanen Grün besiedelt“, sagt Dr. Nadine Bräsicke vom JKI. „Einen Rückgang der Populationsdichten beobachten wir bislang kaum.“ Besonders trocken-warme Jahre bieten laut Bräsicke für den Forst- und Hygieneschädling günstige Entwicklungsbedingungen, so dass auch in diesem Jahr wieder mit dem Auftreten der Raupen gerechnet werden muss.

Jetzt, d.h. Ende April / Anfang Mai, schlüpfen mit Beginn der Vegetationszeit die Raupen des unscheinbaren grauen Falters. Bis zur Verpuppung im Juni durchlaufen die Larven sechs Stadien. Ab dem 3. Larvenstadium entwickeln sie die Brennhaare, die das Nesselgift Thaumetopoein enthalten, das zu Gesundheitsbeeinträchtigungen bei Menschen führen kann.

Die Verbreitungskarte ist vom JKI, dem Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, in enger Zusammenarbeit mit den Forstlichen Versuchsanstalten bzw. Waldschutz-Dienststellen der Bundesländer erarbeitet worden. In den markierten Gebieten können lokal höhere Schmetterlingsdichten auftreten. Nach den bisherigen Erfahrungen müssen gesundheitliche Auswirkungen bei Waldbesuchern befürchtet werden. Auch nach dem Schlupf der Falter Ende Juli bleiben die typischen Gespinstnester an den Unterseiten von Ästen oder an den Baumstämmen erhalten. In ihnen verbleiben Häutungsreste und auch Brennhaare, die leider ihre giftige Wirkung nicht verlieren. Die Kontaktgefahr bleibt somit noch über Jahre in den Befallsgebieten erhalten.

Anfang März fand ein Fachgespräch am JKI-Standort Berlin statt. Die Beiträge der Referenten sind auf den Internetseiten der beiden Veranstalter, Bundesamt für Risikobewertung (BfR) und Julius Kühn-Institut, abrufbar unter:

http://www.jki.bund.de/de/startseite/institute/pflanzenschutz-gartenbau-und-forst/fg-prozessionsspinner-fakten-folgen-strategien.html

Wissenschaftliche Ansprechpartnerin:

Dr. Nadine Bräsicke
Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen
Institut für Pflanzenschutz in Gartenbau und Forst
Messeweg 11-12, 38104 Braunschweig
Tel.: 0531 / 299-4602
E-Mail: nadine.braesicke@jki.bund.de

Hinweis auf frühere Presseinformationen mit ähnlichem Thema:
http://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2012/13/eichenprozessionsspinner_mit_vereinten_kraeften_bekaempfen-129200.html


Kontakt:

Stefanie Hahn (Pressereferentin)
Pressestelle Quedlinburg und Braunschweig
Telefon: 03946 47105 ; 0531 2993207
E-Mail: stefanie.hahn@we dont want spamjulius-kuehn.de