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Adresse

Julius Kühn-Institut (JKI) Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

Messeweg 11/12
38104 Braunschweig

- Ansprechpartner -

Wissenschaftlicher Versuchsfeldleiter
Direktor und Professor Professor Dr. Jörg-Michael Greef
Tel: 0531 596-2301
joerg-michael.greef@we dont want spamjki.bund.de

Technischer Versuchsfeldleiter
Scheb-Wetzel, Dipl.-Ing. agr. (FH) Hermann
Tel. 05305 9303-10
hermann.scheb-wetzel@we dont want spamjki.bund.de

Versuchsfeld Brauschweig

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Versuchsfeld Braunschweig

1. Standortbeschreibung des Versuchsfeldes       

1.1 Lage, Größe, Klima, Bonität

 Das Versuchsfeld in Braunschweig verteilt sich im Wesentlichen auf die Gemarkungen Riddagshausen, (Flächen am Messeweg), Niedersickte, Lucklum, Ahlum, Wendhausen und Ölper  (Flächen an der Bundesallee). Der Flächenumfang an den einzelnen Standorten beträgt am Messeweg einschließlich der Unter-Glas-Fläche und einer kleinen Forstfläche 20 ha, in Niedersickte 70 ha, in Lucklum 20 ha, in Ahlum 35 ha, davon 12 ha in ökologischer Bewirtschaftung, in Wendhausen 44 ha und an der Bundesallee 60 ha, so dass in der Summe für das landwirtschaftliche und gärtnerische Versuchswesen ca. 240 ha zur Verfügung stehen. Ferner verfügt das Julius Kühn-Institut in 10 km Entfernung über eine forstwirtschaftliche Fläche von 70 ha.
Die Versuchsflächen werden zentral vom Versuchsgut in Sickte aus bewirtschaftet. Aus der Streulage ergibt sich eine vergleichsweise ungünstige innere Verkehrslage mit Feldentfernungen von 1 km in Sickte, einer Feldentfernung von 10 km nach Ahlum, bis hin zu einer Feldentfernung von 15 km nach Wendhausen und zur Bundesallee. Um die Anfahrtszeiten kurz zu halten ist deshalb in Braunschweig und an der Bundesallee ein Teil des technischen Inventars und auch Personals stationiert. Zur Bewirtschaftung der Flächen steht ein moderner Fuhrpark und entsprechendes Fachpersonal zur Verfügung. Jährlich werden 3 Auszubildende im Beruf zum Landwirt ausgebildet.

Das im Norddeutschen Tiefland vorherrschende Klima lässt den Anbau aller gängigen landwirt-schaftlichen und gärtnerischen Kulturen zu. Mit einer mittleren Jahresdurchschnittstemperatur von 9,7° Celsius, einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge von 570 mm und einer Höhenlage von 80 m über NN, liegt das Versuchsfeld im Klimagebiet 7 (KTBL Datensammlung), und somit in einem mit durchschnittlich 125 möglichen  Feldarbeitstagen günstigen Raum. Neben den klimatischen Bedingungen ist für den Standort die Güte der anzutreffenden Böden von großer Bedeutung. Während am Messeweg und an der Bundesallee die Bodenart lehmiger Sand mit Möglichkeit zur Beregnung anzutreffen ist, es sich um leichten Boden handelt, herrschen in Sickte und Lucklum tonige Lehme vor, die zum Teil mit Steinen durchsetzt sind. In Wendhausen finden wir sehr schweren Tonboden vor, der sich durch einen Tonanteil von 45%  charakterisiert. Die Versuchsfläche in Ahlum weist  Löß-Lehmboden auf. Dieser mittelschwere Boden zeichnet sich durch sehr gute Wasserführung und gute Bearbeitbarkeit aus. Die dem Versuchsfeld zur Verfügung stehenden Böden bilden somit einen guten Querschnitt der in Deutschland ackerbaulich genutzten Böden.

1.2 Ausrichtung mit Arbeitsschwerpunkten

Die Ausrichtung und Nutzung der betrieblichen Kapazitäten des Versuchsfeldes richtet sich nach den Forderungen der Wissenschaftler an ein umfassendes, aktuelles und Situationsbezogenes Feldversuchswesen. In seiner Grundorganisation bildet das Versuchsfeld einen Ackerbaubetrieb ab.  Die wesentliche Zielvorgabe dieser Einheit ist das landwirtschaftliche Feldversuchswesen. Aus dieser Zielvorgabe heraus und den in den Versuchsfeldanträgen konkretisierten Anforderungen an den Betrieb ergibt sich die Anbau- und Arbeitsorganisation. Durch die Realisierung unterschiedlicher Fruchtfolgen in unterschiedlichen Anbausystemen ist es jederzeit möglich den Versuchsanstellern für ihre Fragestellungen eine geeignete Fläche zur Verfügung zu stellen. In diese mehrjährige Ablauforganisation fließen neben den Wünschen der Versuchsansteller auch die bereits angeführten Standortbedingungen mit ein. Es hat sich bei den Versuchsanstellungen bewährt auf die hier vorliegenden unterschiedlichen Standortbedingungen, und hierzu zählen auch die vor Ort realisierten Fruchtfolgen, zurückgreifen zu können.
Arbeitsschwerpunkte des Versuchsfeldes ergeben sich aus der Aufgabenstellung der Institute, die für ihre wissenschaftliche Arbeit auf das Feldversuchswesen angewiesen sind. Von den im Jahresdurchschnitt 80 angelegten Feldversuchen dient der größte Anteil Fragestellungen zur Entwicklung und Bewertung von Pflanzenschutzverfahren im konventionellen und ökologischen Landbau sowie der Untersuchung der unterschiedlichen Kulturen auf ihre Widerstandsfähigkeit gegen Schadorganismen.

weitere Schwerpunkte bilden:

Versuche zur Biologie und Ökologie von Unkräutern und deren Bekämpfungsmöglichkeit auf Kulturland.
Versuche zur Koexistenz gentechnisch veränderter Pflanzen, einschließlich der Entwicklung entsprechender Methodik im Anbau und in der Bewertung.
Versuche zur Bekämpfung von Schadorganismen im Gemüsebau auf konventionellen und ökologischen Flächen.
Versuche zur Beurteilung nachwachsender Rohstoffe, unter anderem die Bewertung von Agroforstsystemen.
Versuche zu Methoden der Pflanzenernährung und Düngung unter Berücksichtigung der Auswirkungen auf Ressourcen und Umwelt
Langzeitversuche zu Krankheiten an Forstpflanzen.
Unterstützung zu Beurteilung von Pflanzenschutzgeräten und Sätechnik.

Die Versuche sind sehr unterschiedlich ausgestaltet. Ihr Flächenbedarf reicht von wenigen Quadratmetern bis zum großflächigen Anbau von über 20 ha. Zum Anbau kommen alle Getreidearten sowie Winterraps, Sojabohnen, Lupinen, Kartoffeln, Zuckerrüben und Mais. Es werden die Anbausysteme Direktsaat, Mulchsaat und konventionelle Saat mit Pflug realisiert. Es steht sowohl klassische Parzellentechnik als auch Großtechnik zur Verfügung.
Die durchschnittliche Parzellengröße liegt bei 0,9 ha und variiert je nach Versuchsfragestellung.