Search:

Loading

Quarantäneschadorganismen

Untersuchungen von Quarantäneschadorganismen und neuen invasiven Arten als Grundlage von pflanzengesundheitlichen Risikoanalysen

Mit der Analyse der Risiken und der Entwicklung wirksamer, nationaler und international akzeptierter Maßnahmen zur Abwehr von Quarantäneschadorganismen und neuen invasiven Arten wird ein wichtiger Beitrag zum vorsorglichen Schutz von Pflanzen in Deutschland und der EG geleistet. Das Auftreten neuer Schadorganismen, die in der Regel dauerhaft aufwändige Maßnahmen des Pflanzenschutzes erforderlich machen, muss verhindert werden. Dies trägt dazu bei, die Kulturlandschaft und die biologische Vielfalt nachhaltig zu sichern sowie wirtschaftliche Verluste zu mindern. Aufgrund des Internationalen Pflanzenschutzübereinkommens (IPPC) und des Sanitären und Phytosanitären Übereinkommens der WTO ("SPS-Agreement") besteht die Verpflichtung, pflanzengesundheitliche Maßnahmen mit Hilfe von pflanzengesundheitlichen Risikoanalysen zu rechtfertigen.


Mit der phytosanitären Risikoanalyse werden verfügbare Informationen systematisch ausgewertet, um Gefährdungen zu identifizieren und Risiken abzuschätzen. Grundlage zur Durchführung der Risikoanalyse bilden die internationalen Standards ISPM Nr. 2 und 11 und die relevanten EPPO-Standards.
Das JKI bündelt und koordiniert die vorhandenen Daten (national und international) und stellt fest, inwieweit wissenschaftliche Daten erarbeitet werden müssen.
Auf dieser Grundlage werden gezielte wissenschaftliche Untersuchungen zum Vorkommen, zur Identität, Verbreitung und zum Nachweis von Quarantäneschadorganismen und neuen invasiven Arten, ihres Etablierungs- und Ausbreitungspotenzials, der möglichen Schäden und der ökonomischen sowie ökologischen Konsequenzen auch unter Berücksichtigung des Klimawandels durchgeführt.


Phytosanitäre Maßnahmen, wie Verbote und Beschränkungen von Einfuhr, Handel und Produktion sowie Behandlungsverfahren werden identifiziert und bewertet. Das JKI bewertet auch federführend in Deutschland die Risiken für andere Staaten (EG und Drittländer) bei der Ausfuhr von Pflanzen (z. B. Export von Rhododendron nach Norwegen, Export von Äpfeln nach Taiwan und Export von Pelargonien-Jungpflanzen in die USA).


Das JKI arbeitet sowohl bei den Untersuchungen als bei der Durchführung der Risikoanalysen eng mit entsprechenden Institutionen zusammen, besonders der EU-Staaten. Damit wird gewährleistet, dass die begrenzt verfügbaren Ressourcen effektiv genutzt werden und Doppelarbeit vermieden wird. Angestrebt wird auch eine mittel bis langfristige Forschungskooperation/-koordination im Rahmen des phytosanitären ERA- Nets "EUPHRESCO".