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Pflanzengenetische Ressourcen

Erhaltung, Evaluierung und Erschließung pflanzengenetischer Ressourcen

Als Vertragsstaat des Übereinkommens über die Biologische Vielfalt („CBD“) und des Internationalen Vertrags über pflanzengenetische Ressourcen ("Treaty") hat sich Deutschland dazu verpflichtet, Maßnahmen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt, zur nachhaltigen Nutzung ihrer Bestandteile und zum ausgewogenen und gerechten Ausgleich der Vorteile aus der Nutzung genetischer Ressourcen zu ergreifen. Unter anderem sind die Vertragsstaaten dazu angehalten, nationale Strategien, Programme oder Pläne zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt zu entwickeln und die Ziele der Übereinkommen in ihre Sektorpolitiken zu integrieren.
Für den Schutz und die nachhaltige Nutzung von pflanzengenetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (PGREL) ist innerhalb der Bundesregierung das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), , soweit Maßnahmen von gesamtstaatlicher und überregionaler Bedeutung betroffen sind, verantwortlich. Diese werden in der Bundesrepublik Deutschland arbeitsteilig von verschiedenen Institutionen umgesetzt. Das JKI übernimmt im Rahmen der nationalen Zusammenarbeit – vor allem im Rahmen der Agrobiodiversitätsstrategie und des Fachprogramms für Pflanzengenetische Ressourcen des BMELV – Forschungsaufgaben im Bereich des Ex-situ- und In-situ-Managements sowie des Managements von Daten und Informationen zu pflanzengenetischen Ressourcen wahr und stellt Dienstleistungen zur Verfügung. Die Aktivitäten am JKI zur Erhaltung pflanzengenetischer Ressourcen lassen sich in drei fachliche Schwerpunkte unterteilen:

  • Landwirtschaftliche Kulturarten: In-situ- und On-farm-Erhaltung pflanzengenetischer Ressourcen an ausgewählten relevanten Standorten; Entwicklung von Erhaltungsstrategien, die durch externe Ex-situ-Aktivitäten (Genbanken) ergänzt werden
  • Gartenbauliche Kulturen und Obst: Ex-situ-Erhaltung der JKI-Sammlung obstgenetischer Ressourcen am Standort Dresden-Pillnitz. Das JKI koordiniert im Auftrag des BMELV darüber hinaus die Deutsche Genbank Obst (DGO), die aus einem institutionellen Netzwerk dezentral geführter Sammlungen besteht.
  • Reben: Ex-situ-Erhaltung der JKI-Sammlung rebengenetischer Ressourcen am Standtort Siebeldingen. Das JKI koordiniert im Auftrag des BMELV darüber hinaus die Deutschen Genbank Reben (DGR), die ein dezentrales Netzwerk rebenerhaltender Einrichtungen darstellt.

Das JKI beteiligt sich am Aufbau einer europäischen Infrastruktur für die Erhaltung pflanzengenetischer Ressourcen im Rahmen des European Cooperative Programme for Plant Genetic Resources (ECPGR), Rom. Am JKI werden hierfür Informationssysteme zu pflanzengenetischen Ressourcen aufgebaut und weiterentwickelt. Die fachspezifischen, webbasierten Informationsangebote zu Avena (EADB), anderen Getreidearten (ab 2011), Beta (IDBB), Obst und Reben (VIVC, EU-Vitis) sowie wildlebenden Verwandten von Kulturarten (WVK, engl.: CWR, crop wild relatives) sind im JKI dezentral organisiert.

Alle züchtungsforschungsorientierten Institute am JKI evaluieren und erschließen pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (PGREL) im Rahmen ihrer jeweiligen Aufgabenbereiche. Gemeinsam dienen sie im Geschäftsbereich des BMELV als kompetente Ansprechpartner in Sachen Erforschung und nachhaltige Nutzung von PGREL. Hierzu gehören auch Untersuchungen zur genetischen Anpassungsfähigkeit züchterisch vernachlässigter und neuer Kulturarten für die Erweiterung der Fruchtarten- und Nutzungsdiversität in ländlichen Räumen.