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Beschreibung der:

Widerstandsfähigkeit der Kulturpflanzen

Bewertung der Widerstandsfähigkeit der Kulturpflanzen und Kulturpflanzensorten gegen Schaderreger und abiotische Schadensfaktoren

Gemäß § 33 des Pflanzenschutzgesetzes hat das Julius-Kühn-Institut (JKI) Pflanzen auf ihre Widerstandsfähigkeit gegen Schadorganismen zu prüfen und zu bewerten.

Im Rahmen der Zulassung von Sorten durch das Bundessortenamt untersucht das JKI Sortimente von landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturpflanzen auf ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber biotischen und abiotischen Schadursachen. 

Die Bewertung der Widerstandsfähigkeit von Kulturpflanzen gegen Schaderreger schließt die Integration moderner Methoden zur Charakterisierung der Wirt-Parasit-Systeme ein.

Resistenzbewertungsmethoden sind eine wesentliche Voraussetzung für die Beschreibung der Widerstandfähigkeit von Kulturpflanzen. Fachwissen und begleitende Forschung zu Biologie, Epidemiologie und Populationsdynamik relevanter Schaderreger sind unabdingbare Grundlage für derartige Bewertungsverfahren.

Die Bewertung der Resistenz- bzw. Toleranzeigenschaften von Kulturpflanzen gegenüber abiotischen Stressfaktoren ist ein weiteres Arbeitsgebiet, das insbesondere im Hinblick auf Auswirkungen des Klimawandels an Bedeutung gewinnt.

Der Bewertung der Widerstandsfähigkeit von Kulturpflanzensortimenten liegen international anerkannte und standardisierte Prüfmethoden zugrunde, die u. a. in den Richtlinien der UFOP (Internationaler Verband zum Schutz von Pflanzenzüchtungen) beschrieben sind. Wissenschaftliche Daten und methodische Erfahrungen des JKI werden bei der Erarbeitung neuer und der Überarbeitung bestehender Richtlinien eingebracht.

Darüber hinaus werden auf nationaler Ebene Bewertungs- und Prüfverfahren entwickelt, auf deren Basis das Infektionsverhalten der Pathogene und das Resistenzverhalten von Sorten beschrieben werden kann. Diese Verfahren schließen Untersuchungen zur Rassen- und Virulenzentwicklung im Erregerspektrum ein. Forschungsbedarf besteht zum Beispiel bei der Pathotypendifferenzierung mittels molekularbiologischer Marker und bei der Nutzung biochemischer Verfahren zum Beispiel zum Nachweis von Toxinen als Toleranz- bzw. Resistenzfaktoren.

Der Anbau von Kulturpflanzen mit hoher Widerstandsfähigkeit gegen Schaderreger ist eine wichtige vorbeugende Maßnahme im integrierten Pflanzenschutz. Im ökologischen Landbau ist die Beachtung der Sortenresistenz unabdingbar. Ziel des JKI ist es, das Resistenzpotenzial neuer Kulturpflanzensorten aufzuzeigen und durch Einordnung in das Konzept des integrierten, nachhaltigen Pflanzenschutzes nutzbar zu machen. Durch resistente Sorten kann der Gefahr der Resistenzbildung von Schaderregern gegen Pflanzenschutzmittel wirksam begegnet und dazu beigetragen werden, die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf das notwendige Maß zu begrenzen; damit wird auch dem Reduktionsprogramm chemischer Pflanzenschutz Rechnung getragen.