Versuchsfeld Dahnsdorf/Kleinmachnow
Zum Versuchsfeld Kleinmachnow gehören die Versuchsstation Dahnsdorf und die Versuchsgärtnerei Kleinmachnow.
Die Versuchsstation des Kleinmachnower Institutsteils mit seinem Versuchsfeld befindet sich in 14806 Planetal, OT Dahnsdorf, ca. sechzig Kilometer von Kleinmachnow entfernt im Hohen Fläming, Landkreis Potsdam Mittelmark. Das Gebiet um Belzig gehört naturräumlich gesehen zum Hohen Fläming. Es wurde 1997 zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. U.a. befindet sich das Einstandsgebiet der Großtrappe in dieser Region.
Geologischer Bau und Oberflächengestaltung des Hohen Fläming und des Belziger Vorfläming wurde wesentlich durch die Formgestaltung der pleistozäen Inlandvereisung mit eingeschalteten Warmzeiten bestimmt. Von wesentlicher Bedeutung war die auf die Holstein-Warmzeit folgende Saalekaltzeit. Aus ihr wurde die Altmoränenlandschaft des Hohen Fläming mit Sander, Grundmoränenflächen und übersandeten Grundmoränen geschaffen. Zu letzteren gehört auch das Areal des Versuchsfeldes, welches mit Sandlöß überlagert ist. Der Ort Dahnsdorf ist gut über die Bundesautobahn 9, Abfahrt Niemegk in Richtung Belzig, zu erreichen.
Die Versuchsstation wurde ab dem Jahr 2000 mit modernen Büro-, Labor-, Lager- und Sanitärräumen sowie Werkstatt- und Maschinenhallen errichtet.
Station Dahnsdorf mit Bürogebäude und GerätescheunenStation Dahnsdorf mit Bürogebäude und Gerätescheunen.
Unweit der Station befindet sich das zusammenhängende 38 ha große Versuchsfeld, welches über einen Tiefbrunnen verfügt. Der stark sandige Lehmboden weist einen mittleren Gehalt von 58 % Sand, von 37 % Schluff, von 4,6 %Ton und eine organische Substanz von 1,4 % auf. Der pH-Wert liegt bei 5,8. Mit einer durchschnittlichen Bodenwertzahl von 48 liegt eine mittlere Bodengüte vor.
Das Versuchsfeld liegt 77 bis 85 m über NN und ist leicht gewellt und generell nach Osten geneigt. Der mittlere Jahresniederschlag beträgt 526 mm, die mittlere Jahrestemperatur 8,5 0C. Der Standort ist für etwa 40 % der Ackerfläche der neuen Bundesländer repräsentativ.
Auf der Versuchsfläche wurde 1995 mit der Versuchstätigkeit begonnen.
In Dahnsdorf werden Dauerfeldversuche und Versuchsserien durchgeführt. Es werden verschiedene Fragestellungen von unterschiedlichen Wissenschaftlern bearbeitet. Die Versuche beschäftigen sich z.B. mit unterschiedlichen Strategien zum Pflanzenschutz, oder dem Reduktionspotential von Pflanzenschutzmitteln. Diese Dauerversuche dienen der Ermittlung des notwendigen Maßes bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln.
In weiteren Versuchen wird der Einfluss von Fruchtfolge, Düngung und Pflanzenschutzmitteln auf Schaderregerauftreten und Ertrag untersucht. Innerhalb dieses Versuchs wird seit 11 Jahren „Ewiger Roggen“ auf denselben Flurstücken demonstriert. Auch Fragestellungen des ökologischen Landbaus, z.B. die Regulierung des Kartoffelkäfers und von Rapsschädlingen, werden untersucht.
Im Rahmen von Experimenten zum ökologischen Landbau werden Methoden zur Verhinderung des Befalls von Salat mit falschem Mehltau untersucht.
Ferner werden Versuche zur Auskreuzungen von Mais zur Ermittlung von Abstandauflagen beim Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen vorgenommen. Weitere Versuche stellen Untersuchungen zum Kartoffelkrebs und zur Virusresistenz bei Kartoffeln dar. Gleichzeitig werden in den Versuchsparzellen Monitoringuntersuchungen, z.B. zur Auswirkung auf Regenwürmer, durchgeführt.
Über aktuelle Ergebnisse wird unter anderem auf dem im Juni jährlich stattfindenden Feldversuchstag berichtet. Dieses Jahr findet der Feldversuchstag am Mittwoch den 13. Juni 2012 statt.
Über die Ergebnisse des Versuchsfeldes wird umfänglich publiziert. Auch für die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses werden die Ergebnisse genutzt, so entstanden z.B. vier Dissertationen und mehrere Master- bzw. Diplomarbeiten. Näheres finden Sie unter den Veröffentlichungen zum Versuchsfeld. Das Journal für Kulturpflanzen behandelte in den Heften 7/2010 (Teil 1) und 9/2010 (Teil 2) als Schwerpunkt die Dauerfeldversuche in Dahnsdorf .
In Kleinmachnow stehen für Versuche zwei Gewächshäuser aus den Jahren 1975 und 1992 mit einer Grundfläche von ca. 1.000 qm zur Verfügung.
Ferner können in einer Klimahalle mit 24 Klimakammern und begehbaren Klimazellen Versuche durchgeführt werden. Im Freiland wird eine Fläche von 450 qm bearbeitet.


