Projekte
Repositorium des BMELV
Aufbau eines Shared Service Open Access zur Publikation von Forschungsergebnissen im Agrar- und Ernährungsbereich sowie für den Verbraucherschutz.
Das Gemeinschaftsprojekt von BLE, MRI, BfR, vTI, FLI und JKI wird finanziert über das Konjunkturprogramm II. Federführung des Projektes haben BLE, MRI und BfR.
Ziel
Aufbau einer Internetbasierten Open Access Plattform für Forschungsergebnisse gemäß der Berliner Erklärung der Wissenschaftsorganisationen von 2003 und der DFG Grundsätze von 2006. Das Repositorium hat den Zertifizierungs-Richtlinien der DINI zu entsprechen.
Hintergrund
„Unsere Aufgabe Wissen weiterzugeben ist nur halb erfüllt, wenn diese Informationen für die Gesellschaft nicht in umfassender Weise und einfach zugänglich sind. Neben den konventionellen Methoden müssen zunehmend auch die neuen Möglichkeiten der Wissensverbreitung über das Internet nach dem Prinzip des offenen Zugangs (Open Access-Paradigma) gefördert werden. Wir definieren den offenen Zugang oder den ‚Open Access’ als eine umfassende Quelle menschlichen Wissens und kulturellen Erbes, die von der Wissenschaftsgemeinschaft bestätigt wurden.
Die Vision von einer umfassenden und frei zugänglichen Repräsentation des Wissens lässt sich nur realisieren, wenn sich das Internet der Zukunft durch Nachhaltigkeit, Interaktivität und Transparenz auszeichnet. Inhalte und Software müssen offen zugänglich und kompatibel sein.“ (Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen, 2003).
Mit der Einrichtung eines Repositorium unterstützen die Ressortforschungseinrichtungen des BMELV diese Ziele und tragen zur besseren Sichtbarkeit und Rezeption der Ergebnisse ihrer Forschung bei.
Maßnahme
In enger Kooperation mit Vertretern des Arbeitskreises „Bibliotheken der Ressortforschungseinrichtungen des BMELV“ sind die Leistungen und Maßnahmen für den Aufbau einer Plattform für Open Access zu definieren. Neben den technologischen Fragestellungen sind hierbei insbesondere die Aspekte des Urheberrechtes bezüglich eines öffentlichen Zugangs von Publikationen zu berücksichtigen.
Der Aufbau einer Plattform für wissenschaftliche Veröffentlichungen soll als Shared Service implementiert werden, da nur hierdurch ein wirtschaftlicher Betrieb und eine Übertragbarkeit auf andere Wissenschaftsbereiche sichergestellt werden kann.
Nachhaltigkeit
Mit dem Aufbau der Open Access Plattform als Shared Service in einem leistungsstarken Rechenzentrum wird die Möglichkeit einer zentralen strategischen Steuerung von IT-Entwicklungen des Bundes sichergestellt. Durch den Betrieb der Open Access Plattform als Shared Service werden die Betriebs- und Entwicklungsausgaben gesenkt, wodurch eine Erhöhung der Effizienz herbeigeführt werden kann.
Die Realisierung der beschriebenen Maßnahme stellt für die Forschungseinrichtungen ein Meilenstein auf dem angestrebten Ziel der Unabhängigkeit vom internationalen kommerziellen Verlagswesen dar.
Durch die Möglichkeit für etablierte Wissenschaftler, ihre Ergebnisse rasch und effizient darstellen zu können, wird der eigene Erfolg und die Leistungseffizienz der Forschungseinrichtung besser dokumentiert. Dies ist wichtig für die Konkurrenzfähigkeit der Einrichtungen.
Der Aufbau des beschriebenen Shared Service unterstützt die Forschungseinrichtung bei der Bekämpfung der Kostenexplosion im Bereich der wissenschaftlichen Publikationen. In diesem Sinne werden die eingesetzten Forschungsmittel nicht zweckentfremdet, sondern können direkt in die Forschungsleistung investiert werden. Dies erhöht die Gesamtwirtschaftlichkeit der deutschen Forschung.
Open Journal System
Offener Zugang zu Veröffentlichungen, vor allem aus mit öffentlichen Mitteln finanzierter Forschung, ist ein Ziel der Open-Access-Bewegung. Alle Publikationen des Julius Kühn-Instituts (JKI) werden daher kostenfrei und für jedermann zugänglich gemacht. Mit Hilfe der frei verfügbaren Software Open Journal System (OJS) soll der Zugang zu Artikeln, aber auch das gesamte Management von Zeitschriften, wie das Einreichen von Beiträgen, das Begutachtungsverfahren sowie alle Prozesse um Layout und Lektorat auf einer Plattform zusammengefasst und damit erleichtert werden. Zur Zeit sind im OJS des JKI neun Zeitschriften online ganzheitlich und unentgeltlich recherchierbar. Das von mehreren nordamerikanischen Universitäten im Rahmen des Public Knowledge Project (http://pkp.sfu.ca) entwickelte OJS wird ständig verbessert und neuen Anforderungen angepasst. Um hier einen Beitrag zu leisten, kooperiert das JKI mit dem Center für Digitale Systeme der Freien Universität Berlin. Als sogenannter „Pilotanwender“ ist das JKI am DFG-geförderten Projekt „OJS.de“ beteiligt und arbeitet mit an wichtigen Fragen zu Prozessen innerhalb des OJS, wie Exportierbarkeit der Metadaten für die Anmeldung von Digital Object Identifiern (DOI), der Verbesserung des automatisierten Begutachtungsverfahrens oder der Kompatibilität mit Literaturverwaltungsprogrammen zur Zitation und Speicherung von Bibliografiedaten.
Das OJS des JKI ist online unter http://pub.jki.bund.de erreichbar.
