JKI Gastgeber des internationalen OECD Workshops zum integrierten Pflanzenschutz
Über ein Jahrzehnt nach dem ersten OECD Workshop zum integrierten Pflanzenschutz 1998 in Neuchâtel in der Schweiz, kamen vom 16.-19. Oktober 2011 über 90 ausgewählte Gäste aus 19 Ländern am JKI in Berlin zusammen, um über die in den vergangenen Jahren erreichten Fortschritte und die Perspektiven des integrierten Pflanzenschutzes zu diskutieren. Teilnehmer waren neben den Mitglieder der Europäischen Kommission auch Repräsentanten bedeutender internationaler Organisationen wie der FAO, der IOBC, der IBMA, der EPPO, des GLOBAL G.A.P. sowie von den Initiativen CropLife International und PAN Europe.
Die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) vereinigt 34 Länder auf der ganzen Welt. Die Aktivitäten zum Pflanzenschutz werden gebündelt in der Arbeitsgruppe Pestizide. Diese Arbeitsgruppe und der dort enthaltene „Lenkungsausschuss Risikoreduktion im Pflanzenschutz“ werden von Deutschland, genauer vom Landwirtschaftsministerium (BMELV) geleitet. Das BMELV hatte als Schirmherr des OECD-Workshops am JKI die dafür notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt. Die Vor-Ort Organisation in Deutschland lag in den Händen des KTM-Teams der BLE und der JKI Mitarbeiter in Kleinmachnow und Berlin.
JKI-Präsident Backhaus begrüßte die Workshop-Teilnehmer am 16. Oktober. Auf dem Empfang wurden auch vier verschiedene Weine aus dem JKI kredenzt. In lockerer Atmosphäre stimmten sich die Teilnehmer bei einer Postersession auf die fachlichen Diskussionen an den folgenden Tagen ein.
Der fachliche Teil des Workshops startete am 17. Oktober. Der Unterabteilungsleiter im BMELV Dr. Werner Kloos eröffnete die Veranstaltung. Es folgten 18 Vorträge zum integrierten Pflanzenschutz, die verschiedenen Themenblöcken zugeordnet waren:
- Technologie und Information,
- Ökonomie und Zugang zum Markt,
- Politik und Strategien,
- Datenerfassung und Auswirkungen.
Jeder Themenblock wurde mit 4 bis 5 Vorträgen eingeleitet und dann in drei parallel stattfindenden Arbeitsgruppen für ca. 90 Minuten diskutiert und Empfehlungen für die OECD erarbeitet. Dabei wurden drei Perspektiven für den integrierten Pflanzenschutz in den Fokus gerückt, nämlich die Politiker und Regulierer, die Landwirte und die Verbraucher.
Prof. Dr. Bernd Freier aus dem JKI stellte beispielsweise in Block (4) das Konzept und die Ergebnisse aus dem seit 2007 in Deutschland eingerichteten Netz der Vergleichsbetriebe vor. Die Ergebnisse aus jeder der 12 Gruppen wurden von einem Rapport-Team zusammengefasst und am folgenden Tag dem Plenum präsentiert. Die auf der Grundlage des Workshops am JKI in Berlin in den nächsten Wochen von der OECD veröffentlichten Papiere werden wesentliche Empfehlungen für die weitere Entwicklung und Einführung des integrierten Pflanzenschutzes geben. Darunter ist einiges Altbekanntes aber auch neue Konzepte. Über die Notwendigkeit einer guten Beratung, Demonstrationsbetriebe und die Verfügbarkeit praktikabler nichtchemischer Verfahren wird schon seit Jahrzehnten gesprochen, neu dagegen sind Konzepte zur Messung des Nutzens integrierter Pflanzenschutzstrategien, zur Vermarktung der Produkte oder zur Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz. Die Empfehlungen der OECD richten sich an die Regierungen der Mitgliedsstaaten und sollen helfen den integrierten Pflanzenschutz im Kontext der nachhaltigen Agrarproduktion weiter voran zu bringen. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer äußerten sich mehrmals begeistert über die vom JKI geschaffenen Rahmenbedingungen der Veranstaltung.
