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Neues EU-Forschungsprojekt „PURE“

Ab 2014 wird die Einführung des integrierten Pflanzenschutzes (IPS) mit der Umsetzung der EU-Rahmenrichtlinie zur nachhaltigen Anwendung von Pestiziden (2009/128/EU) verbindlich. Ein mit 9 Mio Euro über vier Jahre von der EU gefördertes Projekt genannt „PURE“ (http://www.pure-ipm.eu) soll neue wissenschaftliche Impulse zur Umsetzung und Stärkung des integrierten Pflanzenschutzes geben. Zum Konsortium, koordiniert vom französischen INRA, gehören 23 Partner aus 11 europäischen Ländern, darunter auch das JKI. Das Akronym steht für Pesticide Use-and-risk Reduction in European farming systems with Integrated Pest Management.

Ziel von „PURE“ ist es, praktische Lösungen für ausgewählte Kulturen bereitzustellen und mit der Ausrichtung des Pflanzenschutzes  auf das gesamte Anbausystem, die Abhängigkeit vom chemischen Pflanzenschutz zu reduzieren. Das JKI kann im Rahmen der Mitarbeit in diesem Projekt bewährte Erfahrungen zum IPS einbringen sowie neue Erkenntnisse und Innovationen aus der Forschung zum integrierten Pflanzenschutz erwarten, die sich unter anderem in Kooperationen mit dem neu etablierten Netz der Demonstrationsbetriebe nutzen und umsetzen lassen. Zusätzlich wird durch den Austausch von Erfahrungen und Knowhow der Partner die wissenschaftliche Rolle des JKI im Nationalen Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln gestärkt.

Die Aktivitäten des Projektes gruppieren sich in 3 Säulen:

  • Die Aktivitäten der ersten Säule „Design – Bewertung – Anpassung von Strategien des IPS“  entwickeln durch die Integration von Modellierung mit bestehendem praktischem und neu entwickeltem Wissen und Methoden neue Lösungsansätze für die Kulturen Winterweizen, Körnermais, Kernobst, Feldgemüse, Wein, Tomate. Diese werden in Zusammenarbeit mit der Praxis hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit, ihrer Potentiale zur Risikoreduzierung sowie ihrer ökonomischen Validität untersucht, bewertet und weiterentwickelt.
  • Die Forschungsaktivitäten der zweiten Säule zur „Bereitstellung neuer Erkenntnisse und innovativer Technologien“ für den integrierten Pflanzenschutz befassen sich mit Resistenzforschung, Modellierung von Pflanzen-Patho-Systemen, biologischen Pflanzenschutzmitteln, der Landschaftsökologie und neuesten Technologien. Sie haben das Ziel, neue Forschungsergebnisse und Lösungsansätze kurz- bis mittelfristig für die verschiedenen Kulturen in der ersten Säule bereitzustellen und diese dort zu erproben.
  • In der dritten Säule steht die Verbreitung des im Projekt generierten Wissens im Vordergrund. Im Mittelpunkt stehen hierbei Zielgruppen aus der praktischen Landwirtschaft, die Beratung und nationale Entscheidungsträger.

Kontakt:

Silke Dachbrodt-Saaydeh
Institut für Strategien und Folgenabschätzung
silke.dachbrodt-saaydeh@we dont want spamjki.bund.de