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Sonstige Informationen

Presseinformationen

Eichenprozessionsspinner

Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea), kurz EPS genannt, erweitert seit den 1990er Jahren sein Verbreitungsgebiet in Deutschland. Dieser heimische Schmetterling ist wärmeliebend. Seine Larven ernähren sich von Blättern der Eiche (Quercus spp.), was forstwirtschaftlich zu großen Schäden führen kann. Bedenklich ist außerdem die Gefährdung der Gesundheit von Menschen und Tieren, was die Nutzung der betroffenen Areale drastisch einschränkt. Das humanpathogene Potenzial beruht auf den sog. „Spiegelhaaren“. Sie werden ab dem 3. Larvenstadium gebildet und enthalten das Nesselgift Thaumetopoein. Bei Kontakt können u. a. Hautirritationen, Augenreizungen und Atembeschwerden auftreten.

Grundlage der Bekämpfung

Der EPS kann als Pflanzenschädling (z. B. in Wäldern), auf Grundlage des Pflanzenschutzrechts, mit Insektiziden (= Mittel gegen Insekten) bekämpft werden. Als Gesundheitsschädling unterliegt die Art dem Biozidrecht. Im Interesse des Waldschutzes und aus Gründen des Gesundheitsschutzes muss der Schädling derzeit bekämpft werden.

Insektizide für die luftgestützte Ausbringung, die nach dem Pflanzenschutzgesetz zugelassen sind, stehen für eine Bekämpfung in Wäldern nur eingeschränkt zur Verfügung. Sie können aufgrund von Umwelt- und Gesundheitsaspekten nur begrenzt eingesetzt werden. Biozide sind nach dem Biozidgesetz zurzeit keine zugelassen. Allerdings sind Wirkstoffe, die im Rahmen des EG-Überprüfungsprogramms für alte Biozidwirkstoffe derzeit geprüft werden, in Biozidprodukten verkehrsfähig. D.h. Wirkstoffe bzw. Produkte mit diesen Wirkstoffen können im öffentlichen Bereich legal eingesetzt werden.

Fachveranstaltungen aus aktuellem Anlass

Aus aktuellem Anlass führten das Julius Kühn-Institut und das Bundesinstitut für Risikobewertung am JKI in Berlin zwei Fachgespräche durch: Im März 2012 zum Thema „Prozessionsspinner: Fakten – Folgen – Strategien“ und als Folgeveranstaltung im Februar 2013 ein Statusseminar „Prozessionsspinner: Sachstand zu Bekämpfungsstrategien“. Folgende Bereiche wurden thematisiert und diskutiert:

  • aktuelle Gefährdungssituation
  • mögliche gesundheitliche Gefahren - verursacht durch die Brennhaare des EPS und durch den Einsatz von geeigneten Insektiziden
  • aktuelle Bekämpfungsmöglichkeiten
  • Zulassungssituation und Wirksamkeit der verfügbaren Mittel sowie deren Anwendungssicherheit im Pflanzenschutz- und Biozidbereich
  • Rechtsgrundlagen in den Regelungsbereichen

Die Informationen beider Veranstaltungen stellten viele Referenten dankenswerter Weise zur Verfügung.

Links zu Einrichtungen der Bundesländer zum Thema Forst/Waldschutz

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