Suche::

Loading

Sonstige Informationen

Presseinformationen

Eichenprozessionsspinner

Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea), kurz EPS genannt, erweitert seit den 1990er Jahren sein Verbreitungsgebiet in Deutschland. Dieser heimische Schmetterling ist wärmeliebend. Seine Larven ernähren sich von den Blättern der Eiche (Quercus spp.). Bedenklich ist die Gefährdung der Gesundheit von Menschen und Tieren, was die Nutzung der betroffenen Areale drastisch einschränkt. Das humanpathogene Potenzial beruht auf den sog. "Spiegelhaaren". Sie werden ab dem dritten Larvenstadium gebildet und enthalten das Nesselgift Thaumetopoein. Bei Kontakt können u. a. Hautirritationen, Augenreizungen und Atembeschwerden auftreten.

Grundlage der Bekämpfung

Der EPS kann als Pflanzenschädling (z. B. in Wäldern oder im urbanen Grün) auf Grundlage des Pflanzenschutzrechts, mit Insektiziden (= Mittel gegen Insekten) bekämpft werden. Als Gesundheitsschädling unterliegt die Art dem Biozidrecht. Hier liegt die Zuständigkeit bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) (http://www.baua.de).

Anwendungsbereich Forst

Nach dem Pflanzenschutzrecht sind aktuell verschiedene Pflanzenschutzmittel für die Anwendung mit Luftfahrzeugen verfügbar. Neben Dimilin 80 WG (Wirkstoff Diflubenzuron), dass bis Jahresende regulär zugelassen war und bis 30.06.2016 eine Aufbrauchfrist hat, wurden Ende Februar 2015 Dipel ES (Wirkstoff Bacillus thuringiensis var. kurstaki) und Karate Forst flüssig (Wirkstoff lambda-Cyhalothrin) nach § 18 Abs. 3 Nr. 2 PflSchG genehmigt. Die Genehmigung ist jeweils befristet bis zum Ende der Zulassung der Pflanzenschutzmittel (Dipel ES bis 31.12.2021 und Karate Forst flüssig bis 31.12.2018). Die Liste wurde im Bundesanzeiger noch nicht veröffentlicht.

Die Europäische Kommission hat am 26./ 27.01.2015 eine Liste der Substitutionskandidaten gemäß Artikel 80 (7) der Verordnung (EU) Nr. 1107/2009 zugestimmt, nach dem der Wirkstoff lambda-Cyhalothrin (Präparat: Karate Forst flüssig) ab 01.08.2015 als „zu ersetzender Wirkstoff“ eingestuft wird. Die Zulassung des Wirkstoffes läuft zum 31.12.2015 aus und unterliegt einer Neubewertung, deren Ausgang noch unbestimmt ist.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) (http://www.efsa.europa.eu/de/efsajournal/pub/3677.htm) hat in ihrem Gutachten (1) erklärt, dass die Substanz lambda-Cyhalothrin nicht mehr im Freiland mittels Luftfahrzeugen angewendet werden soll.

Anwendungsbereich Flächen der Allgemeinheit
Mit der Regelung in § 17 Pflanzenschutzgesetz (PflSchG) hat der Gesetzgeber zusätzlich einen besonderen Schutz für die Allgemeinheit im Gesetz verankert (http://www.bvl.bund.de/DE/04_Pflanzenschutzmittel/03_Antragsteller/05_Genehmigungsverfahren/03_FlaechenAllgemeinheit/psm_FlaechenAllgemeinheit_node.html). Hierbei kann u. a. eine Genehmigung für ein bereits zugelassenes Pflanzenschutzmittel (§ 17 Abs. 1 S. 2 Nr. 3 PflSchG) durch das BVL erteilt werden. Folgende Anwendungen von Pflanzenschutzmitteln auf Flächen, die für die Allgemeinheit bestimmt sind, wurden vom BVL genehmigt (2).

Anwendungsbereich Biozide
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat im Gesundheitsbereich, zum Schutz der menschlichen Gesundheit, verschiedene Biozidprodukte genehmigt (3).

als PDF verfügbar:

Fachveranstaltungen

Das Julius Kühn-Institut und das Bundesinstitut für Risikobewertung führten am JKI in Berlin zwei Fachgespräche durch.

Im März 2012 ein Fachgespräch zum Thema „Prozessionsspinner: Fakten – Folgen – Strategien“ und als Folgeveranstaltung im Februar 2013 ein Statusseminar „Prozessionsspinner: Sachstand zu Bekämpfungsstrategien“. Folgende Bereiche wurden thematisiert und diskutiert:

  • aktuelle Gefährdungssituation
  • mögliche gesundheitliche Gefahren - verursacht durch die Brennhaare des EPS und durch den Einsatz von geeigneten Insektiziden
  • aktuelle Bekämpfungsmöglichkeiten
  • Zulassungssituation und Wirksamkeit der verfügbaren Mittel sowie deren Anwendungssicherheit im Pflanzenschutz- und Biozidbereich
  • Rechtsgrundlagen in den Regelungsbereichen

Links zu Einrichtungen der Bundesländer zum Thema Forst/Waldschutz

mehr