Entwicklung und Bewertung von Methoden, pflanzenbaulichen Indikatoren und Gütekriterien zur Bestimmung der Fruchtbarkeit und Funktionalität landwirtschaftlicher Böden
Böden sind eines der kostbarsten Güter der Menschheit. Der Boden ist ein nur begrenzt vorhandenes Gut und leicht zerstörbar. Boden ist eine nicht beliebig vermehrbare Ressource, denn er bildet sich langsam durch physikalische, physikalisch-chemische und biologische Prozesse. Der Boden erfüllt zudem eine Reihe wichtiger Funktionen, denn er ist die natürliche Lebensgrundlage und Lebensraum für Menschen, Tiere, Pflanzen und Bodenorganismen, Bestandteil des Naturhaushaltes, und besitzt wichtige Filter-, Puffer- und Stoffumwandlungseigenschaften.
Als Standort für die land- und forstwirtschaftliche Nutzungen gilt es, die natürliche Bodenfruchtbarkeit zu erhalten, zu verbessern oder wiederherzustellen, damit insbesondere die Wasser- und Nährstoffkreisläufe funktionieren.
Am Institut für Pflanzenbau und Bodenkunde werden Methoden entwickelt, anhand derer der Bodenzustand und die Bodenfruchtbarkeit bewertet werden können.
Infiltrationskapazität von Böden
Untersuchungen in ökologisch bewirtschafteten Betrieben haben gezeigt, dass die Anzahl der Regenwürmer (und damit die Menge an Bioporen) etwa 7 mal höher ist und die Infiltrationsraten der Böden etwas doppelt so hoch wie in vergleichbaren konventionell wirtschaftenden Betrieben. Die Erhöhung der Infiltrationsraten durch eine Änderung der Bewirtschaftung (z. B. konservierende Bodenbearbeitung, erweiterte Fruchtfolgen, ausgeglichene Humusbilanzen, unterstützende Kalkung) bietet ein großes Potenzial, um die Menge an oberflächlich abfließendem Regenwasser zeitlich zurückzuhalten. Gleichzeitig führt eine Verbesserung der Infiltrationskapazität zu einer Verminderung der Verdunstung, das Wasser bleibt länger gespeichert und die Grundwasserneubildungsrate wird erhöht.
Ansprechpartner:
Dr. Holger Lilienthal
Literatur:
Lilienthal H, Schnug E (2008): Hochwasserschutz durch ökologische Bodenbewirtschaftung. Klimawandel und Ökolandbau. - Situation, Anpassungsstrategien und Forschungsbedarf. - KTBL Schrift 472, Darmstadt, 123-130.
Hartmann K, Lilienthal H, Abu-Hashim M, Al-Hassoun R, Eis Y, Stöven K, Schnug E (2009): Vergleichende Untersuchungen der Infiltrationseigenschaften von konventionell und ökologisch bewirtschafteten Böden – Eine Fallstudie aus dem Main-Tauber Kreis, Baden-Württemberg, 59 S.
