Züchtungsmethoden
Erarbeitung innovativer Züchtungsmethoden und Erschließung neuer genetischer Ressourcen zur Verbesserung von Ertragspotenzial, Ertragssicherheit und Qualität von Kulturpflanzen
Vor dem Hintergrund des Klimawandels, des gesundheitlichen Verbraucherschutzes und der Ressourcenschonung (Boden, Wasser, Biodiversität) kommen der Verbesserung der Resistenz- bzw. Toleranzeigenschaften landwirtschaftlicher und gartenbaulicher Kulturpflanzen gegenüber biotischen und abiotischen Schadursachen wie auch dem Erhalt bzw. der Verbesserung der Leistungseigenschaften der Kulturpflanzen sowie ihre Qualitätseigenschaften in stofflicher, ernährungsphysiologischer und sensorischer Hinsicht zunehmende Bedeutung zu.
In der Resistenz gegen Schaderreger (Pilze, Viren, Bakterien und Insekten) ist aufgrund der Reduzierung des chemischen Pflanzenschutzes und der Verringerung der Mykotoxinbelastung der Ernteprodukte die umwelt- und verbraucherfreundlichste sowie kostengünstigste Art des Pflanzenschutzes zu sehen. Aufgrund der Schonung natürlicher Ressourcen und der Minimierung des Anbaurisikos ist Resistenz weiterhin essentieller Bestandteil nachhaltiger Anbauverfahren sowohl im ökologischen als auch im konventionellen Pflanzenbau.
Der Klimawandel, der in Bezug auf die Pflanzenproduktion durch zunehmenden bzw. veränderten abiotischen Stress (Trockenheit, höhere Temperaturen, usw.) gekennzeichnet ist, stellt eine neue Herausforderung im Hinblick auf die Sicherung der Leistungsfähigkeit sowie Ertragsleistung und -stabilität der Kulturpflanzensorten und der Qualität der Ernteprodukte dar. Dies gilt sowohl im Bereich der Nahrungspflanzen als auch der nachwachsenden Rohstoffe.
Grundlage der Arbeiten des JKI ist die Erfassung der genetischen Diversität hinsichtlich der zu bearbeitenden Merkmale durch eine umfangreiche Evaluierung pflanzengenetischer Ressourcen, gefolgt von der Aufklärung der Genetik dieser Merkmale.
Basierend auf diesen Erkenntnissen werden unter Einsatz aktueller Verfahren der Genomanalyse molekulare Marker als Grundlage für eine beschleunigte Einlagerung qualitativer und quantitativer Eigenschaften in adaptierte Genotypen sowie Strategien für eine nachhaltige Nutzung entsprechender Merkmalsgene und Toleranzen entwickelt. Erforderlich ist die enge Kooperation mit den Forschungsbereichen der Wirt-Pathogen-Interaktion, der Diagnose, der Epidemiologie und der Populationsdynamik und den züchterisch tätigen Instituten des JKI.
