Suche::

Loading

Hierzu auch:

Risikobewertung von Anbausystemen, Düngung und Pflanzenschutz; Entwicklung von Risikoindikatoren

Das Konzept der nachhaltigen Wirtschaftsweise (UN-Agenda 21, EU-Agenda 2000) bildet das Leitbild der gegenwärtigen Agrarpolitik. Es verbindet die ökonomische Existenz der Land- und Forstwirte mit dem Schutz nicht erneuerbarer Ressourcen (Boden, Wasser, Rohstoffe (Phosphat)). Ziel ist es, Schutzgut und Schutzziel bezogene, sensible Indikatoren bereitzustellen und Risiken der Bewirtschaftung zu bewerten.  


Zur Sicherstellung der inneren und äußeren Produktqualität von Nahrungsmitteln werden nichtparasitäre Schadensursachen und Stoffkreisläufe  untersucht. Hierzu gehören mögliche Belastungen durch anthropoge Stoffe und Stoffe in Handelsdüngern, Sekundärrohstoffdüngern, Komposten und Klärschlämmen. Von diesen Stoffen dürfen keine nachteiligen Auswirkungen, z. B. durch eine Schwermetallbelastung, auf die Gesundheit von Mensch, Tier und Qualität und Funktionalität von Böden.
Es werden Indikatoren für die Beschreibung des Einflusses von Bewirtschaftungsmaßnahmen auf Ökosysteme entwickelt. Diese Indikatoren sollen auch zur Risikominderung beitragen (driving forces). Modell-gestützte Indikatoren werden zur Abschätzung des Risikopotenzials im Pflanzenschutz entwickelt (z. B. SYNOPS).


Das JKI entwickelt Indikatoren zur Beschreibung der funktionellen Biodiversität von Ökosystemen und untersucht ihre Eignung zur Beurteilung von Anbau-, Düngungs- und Pflanzenschutzsystemen.  Einzelne Indikatoren werden verknüpft, um über die Zustandsbeschreibung einzelner Ökosysteme hinaus den Zustand der Kulturlandschaft als Ganzes beschreiben zu können.
Indikatoren sind auch Bewertungsgrundlage für das Vorkommen und die Populationsdichte verschiedener Organismenarten im Rahmen des Nachzulassungsmonitorings von Pflanzenschutzmitteln. Die Validierung modellgestützter Indikatoren für ein Monitoring, wie z. B. für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen oder auch für  Düngung und chemischen Pflanzenschutz, wird im JKI institutsübergreifend und in enger Kooperation mit den anderen Bundesforschungsinstituten des BMELV und Dritten bearbeitet. Die internationale Zusammenarbeit im Rahmen der EU und der OECD wird intensiviert.


Die Festsetzung der Anwendungsbestimmungen für Pflanzenschutzmittel ist unabdingbar auf abdriftmindernde Pflanzenschutzgeräte angewiesen. Dies betrifft insbesondere die noch vertretbaren Mindestabstände zu Oberflächengewässern und Biotopen. Diese enge Verzahnung zwischen der Bewertung von Pflanzenschutzmitteln und der Prüfung von Pflanzenschutzgeräten kann nur durch technikbasierte wissenschaftliche Daten und in enger Zusammenarbeit mit den kulturpflanzenbezogenen Instituten des JKI erreicht werden.